Kaiserslautern
Barbarossa - Stadt

Um die Entstehung von Kaiserslautern ranken sich viele Sagen. Bei Ausgrabungen um 1991-1992 wurde ein Gräberfeld mit bandkeramischen Funden aus dem 6. Jahrh. vor Christus zutage gefördert, als frühester Nachweis der Besiedlung.

Andere Quellen berichten, dass bereits Julius Caesar die Stadt erbaut hätte, die wiederum vom Hunnenkönig Attila zerstört worden sei, - Kaiserslautern sei neben Trier einer der urältesten Plätze der Pfalz.

Im 6. Jahrh. nach Chr. eroberten die Franken das Land. Die Kaiserslauterer Senke wurde Eigentum des fränkischen Königs. Der König ließ die alten Römerstraßen wieder herrichten und Königshöfe erbauen, die ca. 20 bis 30 km auseinander lagen, die Entfernung eines Tagesrittes, - sie sollten das Land schützen. Ein Hof, der am heutigen Altenhof lag, erhielt den Namen "Königshof Lutra", da in der Nähe der Bach Lutra vorbeifloss.

Wiederum eine andere Sage weiß zu berichten, dass während der Christenverfolgung, unter Diokletian und Maximilian, zu Trier, 20 000 Menschen den Märtyrertod starben, wodurch das Wasser der Mosel sechs Meilen Wegs von ihrem Blute gefärbt war. Viel Volk drang deshalb in die wüste Wildnis und Öde, um sich zu verbergen. Zu dieser Zeit floh eine fromme Frau, mit Namen Lutrina, aus dem edlen Geschlecht der Assyrer, welche Trier erbaut hatten, mit ihrem Hofgesinde in die Wälder. Als sie lange umhergeirrt waren, fanden sie, in einer von einem Einsiedler bewohnten Wildnis – die Stelle heißt heute noch Einsiedel – einen Ort, in der sie sich eine Wohnung errichteten, die sie Lutrea (Lautern) nannten.

Im Verlauf der Jahrhunderte siedelte sich um den Königshof Lutra ein Dorf an. Daneben wurde der Markt abgehalten. Händler schlugen ihre Buden auf. Bauern, Handwerker, Kaufleute und Wirte bauten ihre Häuser in die Nähe des Marktes. Das Dorf Lautern wird in alten Schriften und Urkunden um 820 zum ersten Mal genannt. Die "Villa Lutra" bestand aus mindestens drei Siedlungskernen, die erst später zur Stadt zusammen wuchsen. Schon 985 gab es einen Jahrmarkt und einen Wochenmarkt. Das Marktrecht wurde ihnen von dem hochgebildeten Kaiser Otto III. verliehen. Dieser königliche Erlass bedeutete die Markt-, Zoll- und Bannrechte. Auf dem Platz der heutigen Stiftskirche in Lautern durften die Waren feilgeboten werden - der Ursprung des Maimarktes. Der Markt stand unter einem besonderen Schutz, jeweils angezeigt durch ein Kreuz oder eine Fahne. Somit war der Marktfriede geboten, alle Streitigkeiten ruhten, die Versorgung der Bürger war gewährleistet. Für diesen garantierten Marktfrieden wurde Marktzoll erhoben.

Der Hof Lutra fiel 985 an die Salier und wurde 1114 noch als curtis (Hof) bezeichnet. Eine im 10. Jahrhundert, in spätsalischer Zeit, errichtete 1,40 m starke Wehrmauer, an der burgähnlichen, heute noch genannten Ritterberg, konnte nachgewiesen werden.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa gab den Auftrag aus der bestehenden Burganlage in Lautern, am Südhang des Donnersbergs, einen mächtigen Pfalzneubau zu errichten. Es sollte sein donum regalem, das Heim des Königs sein, gelegen im heute noch größten zusammenhängendem Waldgebiet Deutschlands, am Rande der Vogesen. Die neue Kaiserpfalz wurde von 1152 - 1160 gebaut und ward ein prächtiger Palast, mit festen Mauern und Türmen aus Sandstein. Für eine Mühle, einen schützenden Graben und den Schlossteich spendete die Lauter das Wasser. Die feinen Wohnräume hatten herrliche Teppiche und Bilder, außerdem wurde nach 1160 eine Doppelkapelle erbaut, mit vielen Nebenräumen und einem großen Kaisersaal. Zudem wurde ein Hospital gegründet, ebenso den Orden der Prämonstratenser. Kaiser Barbarossa verweilte gern in Lautern, auch in den folgenden Jahren. Weitere Herrscher der nächsten Generationen suchten auch die beliebte Kaiserpfalz auf.

Friedrich I. wurde 1122 geboren und 1152 zum Kaiser gekrönt. (Beginn des Hochmittelalters) 1147 heiratete er Adelheit von Vohburg. Die kinderlose Ehe wurde 1153 annulliert. 1156 heiratete er die minderjährige Beatrix von Burgund und zeugte mit ihr zehn Kinder. In Deutschland hieß der edle, mächtige Hohenstaufener Rotbart, die Italiener gaben ihm den Namen Barbarossa, wegen seiner roten Haare. Es gefiel ihm in den Wäldern um Lautern (im Reichswald) zu jagen und in den klaren Gewässern, die die Burg umgaben, zu fischen. Die Kaiserburg wurde zur Reichsburg. Sie stand genau dort, wo sich heute das Kaiserslauterer Rathaus befindet. Einige charakteristische staufische Buckelquader, aus Rotsandstein, vom Fundament des Kaisersaals, und einige weitere spärliche Mauerreste der Doppelkapelle, erinnern, an der Südwestecke des Geländes, an die ruhmvolle Vergangenheit der Barbarossaburg. Fluchtgänge der Stauferzeit sind heute noch zu besichtigen.

Wie es der Überlieferung nach hieß, sei Kaiser Rotbart mit einem großen Heer zum 3. Kreuzzug nach Jerusalem gezogen, um den Heiden das Heilige Land zu entreißen.

Doch eines Tages brachte ein Ritter die traurige Kunde, der Kaiser sei auf dem Rückzug (1190) im Fluss Saleph, in Anatolien, ertrunken, als er mit seinem Pferd einen reißenden Fluss durchschwimmen wollte. Das Volk wollte nicht glauben, dass sein geliebter Fürst nie mehr heimkehren sollte und behauptete: Der Kaiser sei nicht gestorben, sondern er sei verzaubert und schlafe im Kaiserberg, in der Nähe seines Schlosses, in Kaiserslautern.

Wieder andere wollten wissen, dass der Kaiser von den Türken gefangen gehalten worden sei und sich durch eine List habe befreien können. Unbemerkt habe er sich in seine Burg in Lautern zurückgezogen. Ein Fluch der Türken besage, dass er die Burg erst wieder verlassen könne, wenn keine Raben sie mehr umkreisen würden.

Aus Neugier begab sich der Ritter der nahegelegenen Burg Beilstein in die Gewölbe der Kaiserpfalz. Tief unten im Berg fand er Kaiser Barbarossa, auf einem Elfenbeinthrone sitzend, in einen purpurroten Mantel gekleidet, schlafend an einem Tisch. Sein feuerroter Bart war durch den Marmortisch gewachsen, auf dem sein Haupt ruhte. Er erwachte und fragte schlaftrunken: "Sind die Raben fort?" Als der Beilsteiner Ritter verneinte, senkte der Kaiser den Kopf und schlief weiter. . .

Wenn man der Sage glauben darf, erscheint allen Sonntagskindern, jedes Jahr am 10. Juni, dem Todestag von Kaiser Barbarossa, um Mitternacht, im Glanz des Mondscheins, die Silhouette der Burg, in voller Schönheit. Alle Ritter und Knappen, welche unter Barbarossa dienten, unternehmen dann auf alten Wegen einen Trauerzug durch die Stadt, zu Ehren des großen Kaiser Barbarossa. Beim ersten Hahnenschrei, sagt man, würde die Kaiserburg, samt dem Gefolge, verschwinden.

Quellen auszugsweise: www.info-westpfalz.de + www.kaiserslautern.de + www.shopping-kl.de + usw.